Alfred der König von Navarra 1/2


Alfred ist schon ganz aufgeregt, nur noch 8 mal Schlafen dann gehts los!
10 Etappen auf dem GR11, 207 km vom Atlantik gen Osten, 25 kg auf zwei Rücken... Huihuihui

01. Juli 2018 Ab nach Berlin

Die Reise beginnt aus nicht näher zu erläuternden Gründen am Bahnhof der wunderschön im Nordbrandenburgischen gelegenen Kleinstadt Gransee. Die Zusatzinformation der DB-App über mögliche Überlastung der nächsten 4! Züge ließ uns erstmal kalt. Ist ja nichts Neues, dass das Fernverkehrsunternehmen unseres Vertrauens alljährlich von der Reisebereitschaft vieler gen Ostsee und zurück regelrecht überrascht wird.

Die rote Schlange rollt ein. Etwas ist anders. Mit der Ausrüstung für die nächsten zwei Wochen auf dem Rücken über scheinbare leblose Kadaver in den Regionalexpress kletternd fällt sofort auf, dass das nicht der übliche Küstenrückreiseverkehr ist. Ein Bouquet liegt in der Luft, dass jeden Käseliebhaber im Nirvana wähnen lässt. Armgelenksmarkierungen an den Halbtoten geben letztendlich Klarheit über deren Herkunft. Da gibt es doch dieses Musikfestival in MV mit der Rakete im Logo. Neulöwenberg (Mark): Noch mehr Leute. Mit Fahrrädern! Hier am Nabel der Welt, dem wichtigen Bahnverkehrsknotenpunkt zwischen Hansestadt Rostock, Hauptstadt Berlin, Fontanestadt Neuruppin und Angela-Merkel-Stadt Templin steht es sich für etwa 10 Minuten sehr schön und ruhig. Bis ein über die Lautsprecher vorgetragenes: "Ick hab vorhin schon jesacht, dat wa erst weiterfahrn wenn die Türn frei sin!", einen Teil der Reisenden aufweckt und Rückschlüsse aus die Herkunft der Lokführers zulässt. Irgendwann rollt man weiter und irgendwo zwischen Grüneberg und Nassenheide versucht eine mit Glitzer verzierte achtköpfige, auffällig hochdeutsch sprechende Gruppe junger Menschen mit dem Mobiltelefon die Anschlussmöglichkeiten nach Hannover in Erfahrung zu bringen. Brandenburg; mobiles Netz; man schwankt zwischen Schadenfreude und Mitleid.

Ankunft Berlin HBF(tief). Nein, wir nehmen nicht den Fahrstuhl, wir haben nur zwei Wochen Urlaub. Rolltreppe, hoch zur S-Bahn, raus am Zoo, Currywurst bei Curry36, zwee Nackte uff eene Pappe. Der Urlaub kann losgehen. Die 3km zum Hotel in Charlottenburg werden zum ersten Test ob der Körper will und der Rucksack gut eingestellt ist. Unterwegs sehen wir noch auf dem Freisitz einer Edelshisha-Spelunke das Ausscheiden der Spanier gegen die Übermannschaft aus Russland im Elfmeterschießen. Also ist Fußball im Urlaub auch kein Thema mehr. 


02. Juli 2018 Berlin - Pamplona 1.500 km

Der Tag startet früh. Der Vogel will zeitig in die Luft. Der Bus nach Tegel hält direkt vor dem Hotel. Knapp 10 Minuten später steht man vor dem Beton gewordenen Zeugnis der Berliner Teilung. Wer dieses Ding noch behalten will, sollte viermal die Woche von dort Fliegen müssen. In einem dieser Gate-Satelliten sammeln sich die Reisenden für einen Flug nach Wien und den Unsrigen nach Frankfurt. Es kommen unwillkürlich Erinnerungen vom Regionalexpress vom Vortag zurück. Die Ankunft in Frankfurt ist pünktlich und auch der Weiterflug verlässt die Bankenmetropole wie geplant. Knappe zwei Stunden (4.5h seit dem Start in Tegel) später landen wir in Pamplona. 

Ganz einsam steht unser Flugzeug auf dem Rollfeld. Wundersamer Weise geht die Gepäckrückgabe enorm schnell und so steht man nach 10 Minuten allein vor dem Flughafengebäude mit Charme eines mittelgroßen Busbahnhofs. Vor der Tür fährt die Linie A im Stundentakt über den zentralen Busbahnhof zum Bahnhof. An der Haltestelle gesellen sich noch zwei Deutsche die natürlich den Jakobsweg laufen wollen und ein netter Herr aus den USA zu uns. Auf dem Weg in die Stadt, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass Pumpernickel und Lakritz in Kentucky zum festen Bestandteil der Küche gehören. Viele weitere Information blieben aber am schwierigen Dialekt hängen. 

Vom Busbahnhof geht es dann zu Fuß, bei angenehmen 25°C, zum Plaza Consistorial. Beim Einchecken musste ich wieder mal lernen, dass beim Buchen eines Hotels nicht nur Tag und Jahr, sondern auch der Monat eine wichtige Information für das entsprechende Hotel sind. Kurzum das Zimmer war korrekt reserviert, leider nur für 4 Monate später. Dem guten Personal sei dank endete dieser Abend nicht unter einer Brücke und in einer Beziehungskrise, sondern im Doppelzimmer in der 5. Etage. Kurz frischmachen und dann Stadtrundgang. 


Viele Bereiche in der historischen Altstadt wie die Zitadelle, Parkanlagen und Stadtmauer waren großflächig mit Bauzaun abgesperrt. Der Grund hierfür, das anstehende San Fermin mit dem berühmten Stiertreiben, welches schon Hemmingway beschrieb. Entlang der Laufroute des "Encierro" sind die Vorbereitungen ebenfalls in vollem Gange. Die ersten massiven Holzzäune wurden bereits aufgestellt und einige kritische Stellen werden für die bevorstehenden Rennen nochmal ordentlich geschrubbt. Die Stiere kann man sich in den Corrales "el gas" ansehen. Es befremdet etwas bei dem Gedanken, vor mehreren 650kg Fleischbergen davonlaufen zu wollen. Unabhängig davon welche Meinung man zu Stierkämpfen vertritt, vor Ort spürt man förmlich die Tradition dieser Festtage, in denen das Stiertreiben, zumindest zeitlich gesehen, nur eine kleine (etwa 3 Minuten lange) Rolle spielt. 

Abends wird nochmal fein gespeist, morgen früh geht´s los!

03. Juli 2018 Pamplona - Irun 90 km

Tschüss Kingsizebett, tschüss Klimaanlage. Ein Frühstück an dem sich viele Absteigen im Heimatland mehrere Scheiben abschneiden können. Schluss mit Luxus! Der Bus fährt um 08:00 Uhr. Da der Norden Spaniens sehr dünn besiedelt und topographisch recht anspruchsvoll ist, fällt die Bahn als Fortbewegungsmittel total flach. Die Busfahrt vom hypermodernen Busterminal in Pamplona zum Startpunkt der Wanderung nach Irun dauert etwa 2 h und ist mit 9 € p.P. recht günstig. 
Achtung! Wir befinden uns im Baskenland. Alles zweisprachig. Der baskische Name von Pamplona ist Iruna. Also ging die Fahrt von Iruna nach Irun. Irun, an einer sich zum Atlantik hin öffnenden Bucht gelegen, ist gleichzeitig Grenzstadt zwischen dem französischen und dem spanischen Baskenland. Die Einkaufszentren der Stadt sind sehr auf ihre Kundschaft aus dem Nachbarland eingestellt. Kippen und Kaffee sind halt billiger. Der Bus kippt uns in Irun ab. 


Mit dem Stadtbus geht es weiter nordwestlich zum etwa 6 km entfernten Hafen von Hondarribia. Von hieraus sind es noch etwa 3 km zu Fuß zum Leuchtturm Faro de Higuer. Auf einer Felsterrasse wird das Zelt aufgeschlagen. 


Badesachen gepackt und los zum Strand. Vor Ort leider alles Steilküste. Also wieder zurück in die Bucht. Toller Sandstrand und Sonnenbrand in Rekordzeit. Watt ne Hitze. Uns schwant Böses für die nächsten Tage. 



Am Abend dann das für die nächste Zeit vermeintlich letzte Mal im Restaurant schlemmen. Direkt am Leuchtturm. Meeresfrüchte satt. Ne schöne Flasche Rotwein dazu, die in Addition mit diversen kleinen Cervezas und dem Meeresrauschen dazu führen, dass die Tiefschlafphase im Rasen vor dem Zelt beginnt. 

 

4. Juli 2018 Irun - Bera 31,5 km

Ab heute gilt es. Motivation schlägt Kater. Das Lager wird in Rekordzeit verpackt und auf den Rücken geschnallt. Der Zepalei muss noch kurz als Fotograf für das "Vorher-Foto" herhalten und pünktlich um halb acht kehren wir dem Atlantik den Rücken und folgen den ersten rot-weißen Markierungen des GR11. 


Die ersten Kilometer des Weges führen vom Capo de Higuer nach Irun. Da landschaftlich wenig schön entlang des Flughafens und durch die Stadt Hondarribia geführt, entscheiden wir uns schon sehr früh zum ersten Schummeln. Wir nehmen nach zwei Kilometern den Stadtbus bis Irun! Im Zentrum angekommen sind also nur noch ca. 23 km zu gehen. Mann sind wir in guter Verfassung. Darauf erstmal jeder nen Cortado und nen großes Stück Zucker das entfernt an Kuchen erinnert. Noch kurz das Rauchwarenkontingent aufgestockt und dann auf den Weg. Als wollte das Schicksal uns gleich mal zeigen, dass die Schummelei mit dem Bus nicht unbemerkt geblieben ist, startet der feine Herr Wanderweg gleich hinter der Stadtgrenze mit einem Anstieg der jedes Gespräch im Keim erstickt. Es wird ruhig. Jeder brauch die Luft allein zum Atmen. Der Schweiß läuft wie ge-/befürchtet. 300 m höher wird an einem Brunnen einer Wallfahrtskirche der erste Liter Wasser wieder aufgefüllt. Ab hier wird's flacher. Die Vegetation wechselt zwischen Nadel- und Laubwald, Büschen, Farnen und kleinen Feldern. An einer Quelle treffen wir das erste Mal auf Unai. Der Eispickel am Rucksack des Basken verrät, dass er weiter gen Osten will als wir. Nach kurzem Smalltalk trennen sich unsere Wege wieder.


Das Wetter ist optimal, stets bewölkt bei etwa 23°C. Nach einem langen Abstieg in Serpentinen und einem anschließenden Blick auf die Karte müssen wir leider feststellen, dass wir bei Weitem noch nicht so weit sind wie der Körper sich anfühlt. Nach einer kurzen Pause auf einer Wiese oberhalb eines Stausees, beginnen die letzten 10 km bis zum Tagesziel Bera. 


Das Wetter wird diesiger. Ab und zu beginnt es zu tröpfeln. In der Ferne grummelt es sanft. Alles in allem sehr angenehm. Zack die Welt geht unter. 5 km vor dem Ziel, auf einem unbewaldeten Kamm bricht ein Gewitter über uns herein. Der Himmel öffnet seine Schleusen. Blitz und Donner haben keinen Zeitversatz mehr. Die Einschläge sind spürbar. Wir sind mittendrin! Nichts zum Unterstellen, nichts hält trocken, nichts gibt Schutz. Die Hochspannungsleitung über unseren Köpfen beruhigt erst recht nicht. Uns geht der Arsch! Regenschutz übern Rucksack und in einem schmalen Hohlweg abhocken. Der Spuk dauert ewig, wahrscheinlich waren es nur 5 Minuten. 


In dieser Zeit reifte der Entschluss die kommende Nacht nicht im Zelt zu nächtigen, sondern uns ein Zimmer zu nehmen. Der Weg hat sich in einen Bachlauf verwandelt. Keine trockene Stelle am Körper. Die Gore-Tex Ganzkörperrüstung noch schön im Rucksack. Nach etwa 1 km Wegstrecke, beim Abstieg nach Bera, treffen wir Unai wieder. Er hatte Unterschlupf im Rohbau einer Stallung gefunden, allerdings war er auch noch in den Regen gekommen. Unai steuert zielstrebig auf eine kleine Bäckerei zu und bestellt auf baskisch Brot, Serrano und Käse. Ich bitte ihn in Englisch für uns genau das Gleiche zu bestellen, was die Bäckerin dazu bewegt ihr Englisch aufzumöbeln und im Duo mit Unai gleich noch einen Crashkurs Baskisch für Touris dranzuhängen. Da Schrift und Laut des Basikschen komplett unterschiedlich sind, wurden die wichtigsten Wörter und Redewendungen auf der Brottüte notiert. Agur!
100 m weiter verabschiedet sich Unai. Er hat vor in der örtlichen Pelotahalle zu schlafen. Die stehen in jeden Ort und haben meist auch zugängliche Toiletten und Duschen. Wir haben per App ein DZ  gebucht. Über ner Kneipe! Bier, Zigarette, Bier, Wäsche aufhängen, Duschen, Bier, Bier, Essen, Bier, Bier, Bett.

5. Juli 2018 Oronoz - Elizondo - Collado de Urbillo 18,1 km

Es regnet immer noch...
Unabhängig davon ist die Entscheidung über die nächste Etappe bzw. unsere geplante Abweichung bereits am Abend gefallen. Auf dem Weg zur Bushaltestelle (ja wir schummeln wieder) sehen wir Unai´s grünes T-Shirt in der Ferne die Tour beginnen. Zuverlässig 12 min zu spät rollt der Bus durch Bera und bringt uns bis Oronoz-Mugaire. Von hier aus sind es über Irurita gut 10 km bis Elizondo. Natürlich startet man so eine Wanderung nicht ohne Frühstück! Auf die Frage wo wir einen Cortado und ein paar Pinxtos ergattern können, verweist man uns auf ein unscheinbares und nicht unbedingt einladendes Gebäude auf der anderen Straßenseite. Der äußere Schein trügt. Hinter der Tür verbirgt sich eine ganz schmucke Bar, in der sich der halbe Ort vom Stammgast über den Bauarbeiter bis hin zum örtlichen Polizisten mit Frühstück (und gespritztem Bier oder Wein) versorgt. 


Von Oronoz führt der Weg entlang der Bundesstraße knapp oberhalb des Flusses. Unsere Zweifel, ob wir hier überhaupt langlaufen dürfen, werden recht bald zerstreut. Auf Bundesstraßen entlang zu spazieren scheint hier eine Art Volkssport zu sein. Wir begegnen unterwegs mehr Leuten, als gestern den ganzen Tag. Ab Irurita gehen wir fremd und folgen den grünen Markierungen bis Elizondo. 
In Elizondo startet "offiziell" die dritte Etappe des GR 11. Wir wappnen uns mit traditionellen spanischen Spaghetti Bolognese und ab geht´s Richtung Collado de Urbillo. Wie man vermuten kann bedeutet Collado wieder ordentlich Höhenmeter. Der Bergsattel auf knapp 900m verspricht uns eine Schutzhütte und eine Quelle -perfekt! Wäre da nicht dieser Berg zwischen uns und unserem Nachlager.


Wir schlagen uns durch mannshohe Farne, dichte Wälder, dazwischen immer wieder Wiesen und Kuhweiden. Den Wassermassen von gestern begegnen wir heute wieder auf unserem Weg - diesmal in Form von Bachläufen. Wobei nicht immer ganz klar ist, ob wir uns gerade auf dem Weg oder doch in einem Bachlauf befinden. Teilweise ist der Untergrund recht rutschig, erstaunlicherweise schaffen wir es jedoch beide ohne Zwischenlandung im Dreck. 


Mittlerweile zeigt sich auch immer mal wieder die Sonne und beweist uns zweifelsfrei, was für ein Glück das bisher eher bewölkte Wetter war. Gott sei Dank gibt es immer wieder Gelegenheit die Wasserflaschen an Quellen zu befüllen. Während wir nochmal unsere Wasservorräte aufstocken, meldet sich hinter uns eine Kuhglocke. Sie kommt näher. Und entpuppt sich als -Pferd. Wie aus dem Märchenwald entsprungen nähert sich ein Schimmel samt Fohlen, trottet, recht unbeeindruckt von unserer Anwesenheit, vorbei und verschwindet wieder. Seltsame Begegnung. Hitzschlag?

 


Die letzten Höhenmeter zehren nochmal an den Kräften, doch dann ist es geschafft. Wir bauen unser Zelt zwischen zwei knapp über 1.000 m hohen Gipfeln auf. Später gesellt sich noch ein Zelt zu uns. Ansonsten bleiben wir allein mit den Wolken.

6. Juli 2018 Collado de Urbillo - Albergue de Sorogain 18 km

Früh in der Koje gewesen; früh raus. Überhaupt, der frühe Vogel. Der wird hier garantiert abgeknallt. Basken holen hier alles vom Himmel was nach langem Flug über den Atlantik auf der iberischen Halbinsel wieder zu Kräften für den Weiterflug nach Afrika kommen will. Schwindel erregende Hochstände und getarnte Jagdverstecke machen in Anzahl und Anordnung dem Westwall alle Ehre. Aber zurück zum Morgen. Blick aus dem Zelt; das Wetter ist: geht so! Die Wolken steigen langsam aus den Tälern auf. Ist eindrucksvoll, besonders wenn man mittendrin steht. Frühstück: Instantkaffee und Müsli. Einzeln eine absolute Enttäuschung. Ich bin den Tränen nah. Zusammengekippt ne glatte 2 von 10. Die müden Beine brauchen es aber. Das Zelt neben uns ist ein Einmannzelt. Auch hier brodelt schon der Kocher. Der Chefkoch heißt Frank, etwa Mitte 50 und hauptberuflich Milchbauer 100 km südlich von Dublin. Geiler Typ. Er besucht hier seine in Spanien lebende Tochter, die aber schon nach der ersten Etappe die Segel gestrichen hat und jetzt Vati allein weiterlaufen lässt. Frank will aber eh nur 4 Etappen machen. Auch bei Frank bleiben einige Infos wegen des harten irischen Dialekts auf der Strecke. Lächeln und nicken hilft. Wir frühstücken heiter zusammen, bauen die Zelte ab und starten aber getrennt auf die Tagesetappe. Die beginnt grandios. Nach 150! Metern das erste Mal verlaufen. Ein Blick auf die Offlinekarte zeigt, dass wir 50 m höher hangparallel laufen müssten. Korrektur querfeldein. 



Der Weg führt über wolkenbefeuchte Wiesen direkt zur spanisch/französischen Grenze. Hier im nirgendwo steht echt ein Stacheldrahtzaun. Aber dieser trennt nicht zwei Länder, denn Basken sind es auf beiden Seiten. Nein, dieser Zaun trennt nur französisch-baskische Kühe von spanisch-baskischen Pferden. Wir folgen diesem Verlauf eine ganze Weile, bis es endlich wieder knackig bergauf geht. Auf dem Pass angekommen, bemerken wir beim Übersteigen eines Zaunes drei Personen in der Ferne. Eine winkt. Wir warten. Es sind Frank der Ire, Unai der Baske und noch einer Mann. Wie sich raustellt Oleguer, der Katalane. Unai hat unterwegs mein Handtuch aufgesammelt, welches ich zum Trocken außen an den Rucksack gehängt hatte. Von hieran geht's mit der Stimmung bergauf und der Weg bergab. Der Weg ist gesäumt von Bunkern aus der Zeit Francos. Zu fünft kommen wir in Puerto de Urkiaga an. Hier gibt es nichts außer eines Parkplatzes und einer Etappenkarte des GR11. Bei uns gibt's Asianudeln. Frank hat sich entschieden die nächste Etappe heute noch komplett bis Auritz zu gehen, um dort morgen früh den einzigen Bus Richtung Süden zu bekommen. Wir verabschieden uns herzlich und sehen den Dreien beim Aufbrechen zu. Wir haben Zeit. Es ist Mittag und nur noch 7,5 km zu gehen. Wir bummeln etwas. 1,5 h später auf dem Collado Aratun (1212 m) verlaufen wir uns ein zweites Mal an diesem Tag. Hier oben kreuzt der GR12 den GR11 und wir gehen etwa 300 m versehentlich den GR12. Die Markierungen sind die Gleichen, nur war auf der nächsten Markierung ein kleiner Plastiksticker "GR12". Also umdrehen und zurück.


Jetzt geht  es zum Etappenziel nur noch 400 m bergab. Durch dunkle Buchenwälder entlang von klaren Bächen zum Hostel im Tal von Sorogain. Angekommen gibt es erstmal zwei Cervezas auf die Hand bevor wir unser Zelt etwa 100 m weiter direkt am Wasser aufstellen. Unai und Oleguer sind auch schon vor Ort. Oliguers Zelt steht etwa 30 m von Unserem entfernt und Unai hat auch schon einen Unterschlupf in einer Scheune gefunden. Frank ist weiter nach Auritz gelaufen, hat uns aber, über Unai, seine Magnesiumtabletten dagelassen. Das Restaurant hat leider geschlossen. Alina Besorgt noch ne Flasche Rotwein aus der Gegend für 4!€. Wir springen nochmal in den Bach. Die Kühe sind recht neugierig aber vor allem, mit ihren Glocken, sehr laut.
Der Rotwein wirkt wieder. Gute Nacht!







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