Durch den Bayerischen Jura
17. März 2019 Poikam - Eilsbrunn (22km)
Pünktlich um 9.12 Uhr rollt die BRB Richtung Ingolstadt. Der Wettergott ist uns wohlgesonnen, es herrscht schönstes Frühlingswetter! Kurz vor 11.00 Uhr fallen wir in Poikam aus dem Zug und starten gleich mal mit einer extra-Tour, noch bevor wir den Jurasteig überhaupt beginnen. Wir schaffen es aber den Weg zu finden und dann geht´s wirklich los.
Gleich zu Anfang überqueren wir das erste Mal die Donau. Und schon erwartet uns der erste Aufstieg. Hinauf auf den Mühlberg! Wir laufen auf schmalen Waldwegen oberhalb der Bundesstraße und verlieren schon wieder den Pfad -geht ja gut los. Also staksen wir über einen ungepflegten Waldweg und treffen am Ende wieder auf den Jurasteig. Von hier aus geht es über die Kaiser-Therme hinab nach Bad Abbach. Die offizielle Wegführung in Bad Abbach führt durch den Kurpark und schwankt hier zwischen albern und einer Frechheit. Außerdem verlaufen hier so viele lokale und städtische Wander- und Rundwege, dass man kaum noch den Überblick behält. Hätte man schöner lösen können.
Im Ort besorgen wir uns ein belegtes Baguette und laufen runter zur Donau. Der ausgeschilderte Weg führt uns direkt INS Wasser. Der Weg fiel einer Deichsanierung und Renaturierungsmaßnahme zum Opfer. Abschluss der Maßnahme angeblich 2011.
In Bad Abbach beginnt die zweite Etappe der offiziellen Etappeneinteilung. Es liegen gut 16 km vor uns. Zuerst entlang der Donau bis zur Brücke Charbonniers les Bains, die Bad Abbach mit der Freizeitinsel verbindet. Von nun an geht´s bergauf. Am Ortsrand führt uns ein schöner Hohlweg weiter nach oben. Wir werfen einen Blick zurück über Bad Abbach die Donau und auf den Kirchturm von Poikam. Obwohl wir schon zwei Stunden unterwegs sind, sind wir gefühlt noch nicht weit gekommen. Das liegt vor allem daran, dass wir unserem Startpunkt nun tatsächlich wieder näher sind, als noch vor einer halben Stunde sind.
Der Weg schlängelt sich durch Buchenmischwald; immer leicht bergauf, bergab. Kurz hinter Oberndorf genießen wir noch einmal den Ausblick über die Donau und den Rhein-Main-Donau-Kanal, der sich unter uns wieder mit der Donau vereinigt. Ab jetzt beginnt der Abstieg nach Matting. Hennings Wunsch nach einem Bier muss leider unerfüllt bleiben.
Wir erreichen die Gierseilfährenanlegestelle (ein Hoch auf die deutschen Wortkonstruktionen!) pünktlich zur nächsten Überfahrt. Wir springen an Bord und schon geht´s los. Fährmeister Nr. 1 schwingt das monströse Paddel während Fährmeister Nr. 2 sich um die Seilschaften kümmert. Ab jetzt arbeitet die Donau für uns und bringt alle galant zur anderen Seite. Beim Anlegen ist dann Fährmeister Nr. 1 wieder gefragt. Mit ein paar wenigen Paddelschlägen bringt er die Fähre sauber an die Anlagestelle. Für die beiden Herren ist erstmal Pause, für uns geht es am anderen Donauufer weiter. Wir laufen parallel zur Bahnlinie, die uns heute morgen nach Poikam gebracht hat und haben schon wieder das Gefühl nicht wirklich vorwärts gekommen zu sein. Wir folgen dem Weg unterhalb der Mattinger Hänge bis dieser links abzweigt und uns stetig bergauf und -wie sollte es anders sein- quasi zurückbringt. Nach einer knappen Stunden befinden wir uns wieder auf Höhe Matting -nur weiter oben. An der westlichen Spitze der Mattinger Hänge befindet sich der Burgstall Schwarzenfels. Wir machen Pause, genießen den Ausblick über das Donautal.
Durch den Wald wechseln wir in das Tal der Schwarzen Laaber, die wir unweit der Papierfabrik von Alling überqueren. Und wie das immer so ist, wenn man Täler durchquert, auf der anderen Seite geht´s bergauf. Von nun an trennt uns nur noch ein letzter kleiner Anstieg vom Etappenziel. Als wir aus dem Wald treten bläst und ein ordentlicher Wind um die Ohren und im Westen türmen sich finstere Regenwolken. Eigentlich wollten wir in Eilsbrunn nur einkehren und danach noch ein paar Meter laufen, um dort unser Nachtlager aufzuschlagen. Die Zeit dürfte dafür nicht mehr reichen. Der Abend endet mit Schweinebraten und einer Dusche.
18. März 2019 Eilsbrunn - Kleinduggendorf (23km)
Die heutige Etappe beginnt mit dem Alpinen Steig. Und tatsächlich erinnern die Trockenrasenhänge und Kalkfelsen oberhalb der Schwarzen Laaber ein bisschen an alpine Landschaften. Hinter Schönhofen geht es eher gemütlich dahin und wir betreten das nächste Tal.
Ab Etterzhausen folgen wir der Naab. Auch hier ist nicht gerade wenig Wasser drin. Wir stehen vor einer gefluteten Fußgängerunterführung, die sich aber glücklicherweise über das Geländer passieren lässt.
Dahinter führt der Weg wieder durch Wald und wieder bergauf. Wir verquatschen schon wieder einen Abzweig und damit den Abstecher zur Räuberhöhle. Das merken wir allerdings erst, als wir schon fast oben sind. Behaupten wir einfach, wir hätten die Höhle aus Rücksicht auf die Fledermäuse ausgelassen...
Kaum oben geht´s auch schon wieder runter. In Penk ist alles ausgestorben und verlassen -was haben wir erwartet? Es ist Montag. Das Penker Tal schlängelt sich langsam von der Naab weg nach oben. Kurz bevor der letzte längere Anstieg vor Pielenhofen beginnt machen wir Mittag. Wir setzen uns in eine der Talwiesen, die uns schon die ganze Zeit begleiten. Das Wetter ist wechselhaft und es sieht ein bisschen nach Regen aus. Wir bauen daher unser Tarp auf (hätten wir aber vermutlich auch bei strahlendem Sonnenschein gemacht). Zu Essen gibt es Spaghetti Bolognese -durchaus lecker. So gestärkt ist der Anstieg natürlich ein Klacks! räusper
Der Abstieg nach Pielenhofen ist wirklich schön. Schmale Pfade führen durch Buchenwald und immer wieder vorbei an moosbewachsenen Kalkfelsen. Am Waldrand angekommen erblickt man das erste Mal das Kloster von Pielenhofen. Wiedermal laufen wir sprichwörtlich mit der Kirche ums Dorf. In der Hoffnung auf einen Kaffee verlassen wir kurz (und diesmal absichtlich) den Jurasteig. Die Klosterschenke hat zu, der Klosterladen zum Glück nicht. Der Laden betreibt auch ein Café mit Kaffeerösterei. Perfekt! 16,6 km geschafft!
Nun geht´s auf der anderen Seite der Naab weiter. Der Weg setzt sich ähnlich malerisch wie zuletzt fort. Die Hänge sind recht steil, mit Buchen, zum Teil mit Kiefern oder Fichten bewachsen und immer wieder von Kalkfelsen und Dolomitsäulen durchsetzt. Nur leider ungeeignet zum Übernachten, noch dazu zum Teil Naturschutzgebiet. Richtung Duggendorf flachen die Hänge ab, aber es ist noch zu früh hier ein Biwak für die Nacht aufzuschlagen. Hinter Kleinduggendorf führt der Weg nochmal steil nach oben und wir erreichen einen schönen (und flachen) Aussichtspunkt mit Blick auf Duggendorf.
Um nicht zu sehr aufzufallen stellen wir unser Shelter zwischen den Bäumen auf -nicht so clever. Die Stelle ist leider nicht so flach wie sie auf den ersten Blick wirkt. Das merken wir aber erst später. Biwak steht also erstmal. Wir genießen den Sonnenuntergang und den Blick auf den Ort -herrlich! Nun zum Moment der Wahrheit. Unser Lagerplatz sah nur Dank der dichten Laubauflage eben aus. Nicht, dass er total schief wäre, aber ausreichend für den superglatten Zeltboden unseres sauteuren Shelters. Man kann quasi nichts ablegen ohne, dass es nicht sofort wegflutscht. Das gilt auch für zwei Menschen auf einer Isomatte. Inkl. Isomatte. Nach einigen Kämpfen, mehrfachem Geruckelt und Gezuckel müssen wir einsehen, dass es zwecklos ist. Also wieder raus aus den Schlafsäcken und nächtlicher Umbau. Ein Traum.
19. März 2019 Kleinduggendorf - Schmidmühlen (27km)
Die Nacht war hell, aber ruhig. Trotz der Minusgrade war uns beiden zu warm. Henning hat es irgendwie geschafft sich im Zelt und im Schlafsack von einer Schicht Klamotten zu befreien. Wie bleibt mir ein Rätsel. Gegen halb sieben krabbeln wir aus den Schlafsäcken. Unser Biwak ist von allen Seiten mit Reif bedeckt und auch ringsum ist alles gefroren.
Die Sonne ist bereits zu sehen und über dem Nebel der sich über Duggendorf eingenistet hat, ist blauer Himmel. Kalt ist es trotzdem, also erstmal rein in die dicken Klamotten und den Kocher angeschmissen. In der Zwischenzeit bauen wir alles ab und versuchen in den kleinen Fleckchen Sonne unser Equipment vom Frost zu befreien. Klappt totaal gut. Wir packen also feuchte Schlafsäcke und eingefrorenes Tarp ein.
Mit der Sonne im Rücken geht es erstmal nach Heitzenhofen. Wir brauchen dringend Wasser. Henning macht das erste Mal Bekanntschaft mit der Oberpfälzer Gastfreundschaft: "Wassa, homma niad!" -Aha. Ich frage im Schlosshotel und wir bekommen sofort sämtliche Wasserbehältnisse aufgefüllt und leisten uns noch einen Kaffee.
Es geht auf der anderen Seite der Naab rein in ein Seitental. Im Wald wird das Tal immer enger, feuchter und auch ein bisschen dunkler. Wir laufen über bequeme Waldwege und Trampelpfade. Der Weg wird wieder steiler. Die Freude, dass man oben angekommen ist, hält meist nur kurz. Sobald man den Aufstieg geschafft hat, kommt auch schon wieder der Abstieg, an dessen Ende der nächste Anstieg wartet. Diese Albtäler! Kallmünz ist zum Greifen nahe. Kurz oberhalb der Ortschaft verlassen wir den Wald mit seinen bemoosten Kalkfelsen. Eigentlich wollten wir unsere Mittagspause mit Blick auf die Kallmünzer Burg verbringen. Der Platz am Ortsrand ist aber wenig einladend und auch das Wetter ärgert uns mit Schneekrissl. Wir laufen also weiter und verschieben die Mittagspause immer wieder bis wir irgendwann beschließen lieber bei nächster Gelegenheit einzukehren -wer hat uns nur diesen Floh ins Ohr gesetzt.
Zwischen die Buchen mischen sich immer mehr Fichten, was den Wald gleich dunkler aber auch grüner erscheinen lässt. Die moosbedeckten Felsen tragen ebenso ihren Teil dazu bei. Wir steigen weiter über die Hänge hinab ins Vilstal. Ein kleinwenig Heimatgefühl macht sich breit. Unser Abstieg wird von imposanten Felsen begleitet bis wir Traidendorf erreichen. Leider sieht es hier verpflegungstechnischer eher mau aus, also weiter bis Rohrbach. Ein Glück führt der Weg durchs Tal, mittlerweile sterben wir fast vor Hunger. Die ersten Kraftriegel müssen ihr Leben lassen. Auch in Rohrbach gibt's nichts zu essen für uns. Der Gasthof ist wohl schon seit einer halben Ewigkeit dicht, aber in Dietldorf, so versichert man uns, gibt es definitiv was! Also dann, auf auf und davon!
Um drei sind wir wieder auf der Piste. Der Gedanke bis Schmidmühlen durchzulaufen uns sich dann mit einem Bett zu belohnen reift. Anfangs sträube ich mich, schon wieder eine Unterkunft zu beziehen, gebe aber schließlich nach -so ein nasser Schlafsack ist eben doch nicht so verlockend.
Ein Hohlweg bringt uns wieder nach oben auf die Albhochfläche, ein Trampelpfad wieder nach unten. Wir passieren Lanzenried und betreten ein letztes Mal den Wald. Ab jetzt merke ich meine Fußsohlen und Henning plagen die Waden - der Verschleiß setzt ein. Wir kämpfen uns durch bis zu Annas Ferienwohnung. Gut 27 km heute -reicht. Definitiv.
20. März 2019 Schmidmühlen - Flügelsbuch (24km)
Wir raffen alles zusammen und starten gegen 8.00. An der Treppe überrascht uns Anna mit dem Handy bewaffnet. Sie würde gerne ein Bild von uns machen (wie von allen Gästen), wollte uns aber gestern nicht gleich bei unserer Ankunft überfallen, weil Henning so kaputt aussah (ich grinse innerlich und wachse wieder um die zwei Zentimeter, die mir der Rucksack heute morgen beim Schultern geraubt hat). Wir frühstücken beim Bäcker, besorgen noch etwas Proviant und Füllstoff für den Flachmann. Letzteres fühlt sich sehr komisch an in Anbetracht der Uhrzeit!
Wir verlassen Schmidmühlen Richtung Fußballplatz -heiße Gefechte ploppen vor meinem geistigen Auge auf. Jenseits der Bundesstraße schlagen wir einen Feldweg ein, der recht bald in einen Trampelpfad übergeht. Wir laufen durch ein enges, mit Kalkschutt bedecktes Tal, das dicht mit Bäumen und Sträuchern bewachsen ist. Durch die Moose und Flechten an den Bäumen wirkt es fast wie ein kleiner Urwald, der im Sommer, wenn alles grün ist, sicherlich noch idyllischer ist.
Langsam geht der Weg wieder in den vertrauten Mischwald über. Als wir wieder freies Feld erreichen fallen die ersten Schichten. Pünktlich zum Frühlingsanfang zeigt die Sonne was sie schon kann. Nachdem der Schlenker über Winbuch geschafft ist, laufen wir recht geradlinig durch das Tal der Lauterach. Wir bleiben rechts des Flusses, da links recht das Gelände des Truppenübungsplatzes beginnt. Es wechseln sich Trocken- und Magerrasenhänge mit Wald ab.
Alles vertraut und trotzdem ausgeprägter als zuhause. Kurz vor Adertshausen werfen wir uns in die Wiese. Die Sonne scheint ordentlich und die nächste Schicht fällt. Heute gibt es Chili con Carne gepimpt mit Hirschsalamischeiben (das beste am Essen). Etwas träge begeben wir uns wieder auf den Trail. Hohenburg liegt nur noch ein paar km vor uns. Etwa auf Höhe Stettkrichen rückt die Burg von Hohenburg das erste Mal in unser Blickfeld. Schon komisch, wenn das namensgebende Wahrzeichen der Ortschaft auf militärischem Sperrgebiet liegt!
In Hohenburg verlassen wir wieder den Jurasteig und machen uns auf die Suche nach einem Café. Eigentlich ist Hohenburg ganz schmuck, nur leider föllig ausgestorben. Kaffee bekommen wir demnach keinen, nur weitere Bilder für Hennings Sammlung verlassener Gasthöfe. Ein fliegender Bäcker bewahrt uns vor dem Schlimmsten. Am Ortsausgang ist Flügelsbuch noch mit über 9 km angeschrieben. Nochmal ein ganz schöner Ritt. Tante Irenes Vorgarten lockt uns, wie sehr wird sich zeigen.
Nach der Pleite in Hohenburg verlassen wir in Allersburg ein zweites Mal den vorgezeichneten Weg. Diesmal in der Hoffnung auf ein Radler. So idyllisch der Ort liegt, mit seiner Kirche hoch oben auf dem Fels, so bierarm ist er auch. Wenigstens füllt uns der auskunftsfreudige Bauer die Wasserflaschen auf. Ab jetzt führt der Weg größtenteils durch Wald. Heute bin ich es bei dem die Füße schlapp machen. Der ultimative Beweis für die Erschöpfung ist die wachsende Anzahl liegengelassener Fossilien. Zu allem Überfluss kommen bei mir noch Knieschmerzen hinzu -na klasse. Obwohl ich bis zum Schluss gezweifelt habe, schaffen wir es bis Flügelsbuch.
Der Ausblick von der Terrasse entschädigt -zumindest ein bisschen. Wir sitzen noch eine Weile in unsere Schlafsäcke gemümmelt auf der Terrasse und verkrümeln uns aber wieder recht zeitig in unser Zelt.
21. März 2019 Flügelsbuch - Am Mühlberg (22km)
Unser Zelt ist mal wieder gefroren, dennoch war die Nacht schön warm. Und hell -Supermond sei dank. Als die Sonne unser Zelt erfasst, tropft uns recht schnell der abtauende Frost ins Gesicht. Der letzte noch fehlende Tritt in den Hintern, um uns aus den Schlafsäcken zu holen. Wir machen uns wieder auf der Terrasse breit, lassen alles in der Sonne trocknen und frühstücken in der Zwischenzeit.
Hinter Flügelsbuch geht es wieder rein in den Wald und zurück hinab ins Lauterachtal. Auf der anderen Seite erwarten uns gut 100 hm Aufstieg und ein traumhafter Blick ins Tal des Mühlhauser Baches. Es bleibt hügelig, vorbei am Kastler Berg und dem Enzenberg. Die Klosterburg Kastel taucht das erste Mal auf und wir erreichen Kastel am alten Bahnhof. Wir stocken unsere Vorräte auf. Der Einkauf lässt tief Blicken, wir haben Hunger! Nach ein paar Metern entlang des alten Bahndamms erreichen wir einen Gasthof. Pünktlich zur Mittagszeit, als hätten wir das geplant. Es gibt herrliche Lauterachforelle.
Wir folgen dem Bahndamm noch bis Pfaffenhofen, dann führt der Weg bergauf, vorbei an der Schweppermannsburg und hinein in den Wald. Wald und Wiesen wechseln sich jetzt häufiger ab. Kurz vor Engelsberg stehen wieder vor einem kurzen, aber knackigen Anstieg. Der letzte (richtig) steile Anstieg vor der Wallfahrtskirche auf dem Habsberg. 621m der höchste Punkt unserer Tour. Die Schnappatmung muss an der Höhr liegen. Mal wieder stehen wir vor verschlossenen Türen und mal wieder nix mit Kaffee. Wenigstens die Toiletten sind offen.
Der Abstieg wird bei mir zur Tortour. Selbst 100-jährige Wallfahrer mit Rollator würden den Berg wohl schneller runterkommen. So eine Sch…
Wieder unten fangen wir an nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Die erste potentielle Stelle fällt aus, da ein verwahrloster aber scheinbar bewohnter Hof unweit der Wiese liegt. Wir bringen lieber noch noch etwas Abstand zwischen uns und dem Bewohner. Wir finden eine Lichtung. Die Zufahrt wird durch einen umgestürzten Baum blockiert -perfekt!
Wieder unten fangen wir an nach einem Schlafplatz Ausschau zu halten. Die erste potentielle Stelle fällt aus, da ein verwahrloster aber scheinbar bewohnter Hof unweit der Wiese liegt. Wir bringen lieber noch noch etwas Abstand zwischen uns und dem Bewohner. Wir finden eine Lichtung. Die Zufahrt wird durch einen umgestürzten Baum blockiert -perfekt!
22. März 2019 Am Mühlberg - Deining (21km)
Die Nacht war erstaunlich ruhig. Unser Zelt ist zur Abwechslung mal nicht gefroren und auch die Schlafsäcke sind frei von Kondenswasser. Um sieben schälen wir uns aus den Schlafsäcken. Wir verfallen in alte Muster und starten ohne Frühstück. Mein Knie meckert ordentlich und bei Henning muss eine Blase versorgt werden. Der Verschleiß schreitet weiter voran. Gut, dass die heutige Etappe recht easy ist. Wir laufen viel über freies Feld. Die Sonne scheint, die Temperaturen hängen aber noch etwas hinterher. Wir biegen ab ins Tal der Schwarzen Laaber und treffen das erste Mal auf die Moorflächen und breiten Auen der Laaber.
Wir schlängeln uns unter der Autobahn durch, verlaufen uns kurz, finden den Weg wieder und laufen bis wir eine Bank finden. Es ist etwa viertel zwölf, aber ohne Frühstück definitiv schon Essenszeit. Es gibt Nudeln mit Rindfleisch. Yummie!
Wir schlängeln uns unter der Autobahn durch, verlaufen uns kurz, finden den Weg wieder und laufen bis wir eine Bank finden. Es ist etwa viertel zwölf, aber ohne Frühstück definitiv schon Essenszeit. Es gibt Nudeln mit Rindfleisch. Yummie!
Hinter Oberbuchfeld verpassen wir mal wieder ein Schild. Die alternative Route ist schnell gefunden, aber teilweise eine kleine Herausforderung für mein Knie. Wir betreten wieder moorige Landschaften, verlassen sie aber schon bald mit Erreichen einer nicht ganz kleinen Wallfahrtskirche (die scheinen sich hier zu häufen). Gleich dahinter steht ein wunderbares Forsthaus. Die Dame im Garten füllt mir meine Wasserflasche auf. Es entwickelt sich ein sehr nettes Gespräch, bei dem wir leider auch erfahren, dass der Gasthof in Deining gerade renoviert. Wir haben aber auch ein Glück!
Die Landschaft wechselt wieder und wäre es nicht so hügelig, könnte es auch Brandenburg sein: sandiger Boden, Kiefern und kein Handyempfang.
Mit dem Abstieg nach Arzthofen treten auch die ersten Quellen auf. In der verkarsteten Trockenrasenlandschaft der Vortage ein nie gesehene Phänomen. Ab jetzt laufen wir bis Deining auf freiem Feld. Von vorne brezelt die Sonne auf uns herab, das schreit nach Sonnenbrand!
Mit dem Abstieg nach Arzthofen treten auch die ersten Quellen auf. In der verkarsteten Trockenrasenlandschaft der Vortage ein nie gesehene Phänomen. Ab jetzt laufen wir bis Deining auf freiem Feld. Von vorne brezelt die Sonne auf uns herab, das schreit nach Sonnenbrand!
In Deining finden wir einen geschlossenen Bäcker, einen wie erwartet geschlossenen Gasthof, aber eine geöffnete Tankstelle und tatsächlich auch noch ein Bett für die Nacht. Ein sehr sympathischer Typ, ungefähr so alt wie wir und super unkompliziert!
Heute Abend gibt es bayerische Brotzeit, Salat, Bier und vor allem eine Dusche! Wir verabschieden uns für heute Abend mit einem WhatsApp-Fernprost von unserem Vermieter und fallen in die Betten.
23. März 2019 Deining - Deining Bahnhof (5,8km)
Hennings Achillessehne quietscht. Und quietschende Körperteile sind nicht gut. Mein Knie quietscht nicht, ist aber auch nicht gut. Auf den nächsten beiden Etappen erwarten uns kaum Höhenmeter und sind auch recht kurz.
Wir frühstücken im Ort, schultern unsere Rucksäcke und verlassen Deining. Am Ortsende sehen wir einen Teil der Felsenkeller, die man in den Sandstein gehauen hat um ursprünglich Lebensmittel zu lagern. Heute dienen sie leider mehr zum Abladen von Bauschutt und Unrat -zumindest die, die direkt am Weg liegen. Gleich dahinter beginnt ein Kreuzweg -fast ironisch, wenn man um unsere körperlichen Gebrechen weiß.
Der Weg ist eigentlich angenehm zu laufen, aber Henning kämpft bergauf mit Schmerzen, ich bergab. Am Abzweig Deining-Bahnhof entscheiden wir uns daher lieber abzubrechen. Besser für alle Beteiligten und ihre Körperteile. Vier Etappen bleiben uns noch -ein andermal eben!
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